Erdöl: Energieträger Nummer eins Drucken E-Mail
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Die größten Ölvorkommen beschränken sich auf wenige Länder; die gigantischen Gewinne stecken Scheichs und Regierungschefs in Krisengebieten in die Tasche. Allmählich werden die Vorkommen knapp. Doch die Welt durstet weiter nach Öl. Ölkonzerne sehen in dem Abbau von Ölsand einen Ausweg. Dessen Förderung hat jedoch katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt.

Öl ist unser wichtigster Energielieferant, indem es mehr als ein Drittel des gesamten Energiebedarfs deckt. Im Jahr 2005 verbrauchten die Menschen rund 3,8 Milliarden Tonnen Öl. Mit der Menge könnte man hundert Mal die Nordsee füllen. Jeder ist an dem Verbrauch von Öl beteiligt; besonders durch die Fahrt mit dem Auto. Etwa die Hälfte des geförderten Öls wandert in die Tanks von Fahrzeugen. Auch Flugzeuge und einige Züge nutzen den Energieträger als Treibstoff. Weiteres Öl wird für Kraftwerke zur Stromerzeugung und zum Heizen genutzt.
Häufig gelangt das Öl via
Öltanker zum Bestimmungsort

Foto: Shell


Perfekter Sprit

Erdöl lässt sich recht leicht fördern: Als zähe Flüssigkeit lagert es teils tief unter der Erde, teils unter dem Meeresboden in riesigen Hohlräumen. Dort herrscht ein Überdruck. Die Öl-Konzerne müssen die so genannten Ölfelder nur anbohren und das Öl sprudelt an die Oberfläche. Lässt der Überdruck nach, sorgen Pumpen dafür, dass das Öl an die Oberfläche kommt. Vom Ölfeld wird es zu Land über Rohre, so genannte Pipelines, weitertransportiert. Für den Transport auf dem Meer dienen riesige Schiffe, die Öltanker. Kohle muss dagegen aus mehreren hunderten Metern Tiefe geschaufelt werden.

Der größte Vorzug von Öl aber ist, dass es sich bestens als Treibstoff eignet. So bewirkte der Verbrennungsmotor den Durchbruch des Öls als wichtigsten Energielieferant. Verbrennungsmotoren treiben heute nahezu jedes Fahrzeug an. Er läuft mit Diesel oder Benzin, was in Raffinerien, riesigen Anlagen zur Weiterverarbeitung von Rohöl, gewonnen wird. Der unschlagbare Vorzug des Verbrennungsmotors gegenüber elektrischen Motoren: Autos mit Verbrennungsmotor legen mit einer Tankfüllung locker 1000 Kilometer zurück und lassen sich im Handumdrehen wieder voll tanken. Davon sind Elektro-Fahrzeuge weit entfernt. Deren Energie-Speicher, die Akkus, liefern Strom für wenige 100 Kilometer. Danach benötigen die Fahrzeuge mehrere Stunden, bis die Akkus wieder geladen sind.

Rätselhaft

Die weltweiten Erdölreserven sind sehr ungleichmäßig verteilt. Die größten Mengen kommen aus dem Nahen Osten, also Ländern wie Iran, Kuwait und den arabischen Emiraten. Rund 60 Prozent der weltweiten Reserven vermuten Deutschlands Rohstoff-Experten von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hier.
Einmal volltanken: Fast alle Autos
fahren mit Öl
Foto: Shell 


Die meisten der bekannten Lagerstätten des Öls entstanden vor 300 bis 400 Millionen Jahren. Nach der gängigsten Theorie bilden mikroskopisch kleine Pflanzen und Lebewesen, so genannte Mikroorganismen, die Grundlage für die Entstehung von Erdöl. Abgestorbene Mikroorganismen sinken auf den Meeresgrund; können dort aber nicht vollständig verwesen. Denn die Verwesung setzt Sauerstoff voraus, der am Meeresboden kaum vorhanden ist. So bilden sie einen Faulschlamm, der mit der Zeit durch Ablagerungen wie Sand oder Tiefseeschlamm überdeckt und eingeschlossen wird. Unter dem extrem hohen Druck und den hohen Temperaturen im Erdinneren bildet sich über mehrere Tausend Jahre das Erdöl.
 


 
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