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Die Rückkehr der Biomasse Früher gab es Holzöfen, heute sollen Holz und Gräser für Treibstoff und Strom sorgen. Der Clou daran: Das Klima heizt sich dadurch im Gegensatz zur Verbrennung von Öl, Kohle und Gas nicht auf. Die Verfahren haben aber noch ihre Tücken.

Biomasse ist die älteste Energiequelle der Menschheit: Seit der Entdeckung des Feuers nutzen Menschen Biomasse zum Heizen, früher meist in Form von Holz. Heutzutage spielt Biomasse im Zusammenhang mit Energie zumindest in den Industrieländern eine untergeordnete Rolle. Bisher liefern hauptsächlich die fossilen Rohstoffe Öl, Kohle und Gas unsere Energie. Doch die Biomasse soll zurückkehren, nicht nur nach Deutschland.

Kleingemahlene Pflanzenreste sorgen für
Treibstoff oder Strom
Foto: Verein zur Förderung von Biomasse
und nachwachsenden Rohstoffen Freiberg
Strom und Sprit

Wer von Biomasse spricht, meint jegliche Art von pflanzlichen Stoffen. Sie lassen sich nutzen, um Energie zu erzeugen. Ob Bäume, Gräser oder Getreide, in allen Pflanzen steckt Energie: Die Pflanzen nehmen bei der Fotosynthese Sonnenenergie auf, die sie erst nach dem Absterben durch das vollständige Verrotten wieder freigeben. Den einfachsten Weg, die Energie der Pflanzen für den Menschen zu nutzen, kennt wohl jeder: Zum Beispiel, indem man Holz im Kamin verbrennt, uns so dass Zimmer heizt. Heute gibt es dank den Fortschritten von Wissenschaft und Technik weitere Möglichkeiten: Biomasse lässt sich sowohl in Strom als auch in Treibstoff umwandeln.

Bisher nutzen wir hauptsächlich die fossilen Energie sowie Atomenergie; entsprechende Kraftwerke und Raffinerien bereits vorhanden und erprobt. Das wird sich aber durch den steigenden Energiebedarf auf der Welt aber ändern. So sagt etwa die International Energy Agency voraus, dass die Energieträger Öl und Gas schon in diesem Jahrhundert knapp werden. Wir benötigen also langfristig Alternativen.

Uralt-Biomasse

Letztendlich bestehen auch die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle aus Biomasse. Doch die Biomasse benötigt mehrere tausend, teils sogar Millionen Jahre, um tief unter der Erde unter hohem Druck und hohen Temperaturen zu fossilen Rohstoffe zu werden. Daher sagt man, dass fossile Rohstoffe endlich sind, also irgendwann nicht mehr verfügbar sein werden. Anders die Biomasse: Energiepflanzen wachsen in einem Jahr oder sogar in wenigen Monaten wieder nach. Man spricht daher auch von nachwachsenden Rohstoffen. Wer auf Kraftstoffe aus Biomasse setzt, braucht sich nicht um versiegende Ölfelder zu sorgen.

Und noch eine Eigenschaft der Biomasse spricht für Energie aus Pflanzen: Biomasse ist CO2-neutral: Beim Wachsen nehmen die Pflanzen genau soviel des zur Klimaerwärmung führenden Gases Kohlendioxid (CO2) auf, wie sie später beim Verrotten oder eben beim Verbrennen zur Energieerzeugung wieder abgeben.

CO2-neutral

Dabei versucht so mancher Öl-Konzern zu verwirren. Bei der Verbrennung von Erdöl gelange schließlich auch nur das CO2 wieder in die Luft, das Pflanzen vor Millionen von Jahren gebunden hätten. Somit mache es hinsichtlich der Klimaerwärmung keinen Unterschied, ob man nun Pflanzen oder Erdöl verbrennt, so die Argumentationslinie. Das stimmt aber nicht: Wie Klimaforscher mit Sicherheit sagen können, herrschte vor 300 bis 400 Millionen Jahren ein deutlich wärmeres Weltklima; der CO2-Anteil in der Luft war deutlich höher als heute. Durch das verbrennen der Millionen Jahre alten zu Öl gewordenen Biomasse stellen wir Schritt für Schritt wieder das damalige Klima her – und das in kürzester Zeit. Die Auswirkungen auf Mensch und Natur sind dramatisch, wie nicht zuletzt der UN-Klimabericht voraussieht.
 


 
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