Kohle: Billiger Klimasünder Drucken E-Mail
Hintergrund
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Mit Kohle befeuerte Kraftwerke blasen Unmengen von CO2 in die Luft. Dadurch heizt sich das Klima ordentlich auf. Noch will die Welt aber nicht auf Kohle verzichten. Denn die energiereichen Erdschichten liefern billigen Strom.

Kohle nimmt hinter Öl den zweiten Platz in der Rangfolge der wichtigsten Energieträger ein. Rund 70 Prozent der geförderten Kohle landet in Kraftwerken. Dort wird die Kohle verbrannt und erhitzt riesige Wasserkessel. Der aufsteigende Wasserdampf treibt riesige Turbinen an, die über Generatoren Strom erzeugen.
Kohlekraftwerke liefern 28 Prozent der
erzeugten Energie auf der Welt


Das Problem bei der Sache: Die Verbrennung von Kohle ist ein äußerst schmutziger Prozess. Es entstehen Schwefeldioxide und Stickstoffoxide. Die Gifte verursachen sauren Regen, der wiederum für Pflanzen schädlich ist. Diese Gifte hat man in modernen Kraftwerken aber weitgehend im Griff. Durch so genannte Rauchgasentschwefelungsanlagen werden die Schwefelanteile aus den Abgasen herausgefiltert - als Abfallprodukt bleibt bei den meisten Verfahren lediglich Gips übrig. Doch das weitaus größere Problem bei der Kohle-Verbrennung ist noch nicht gelöst. Neben den giftigen Oxiden fallen auch enorme Mengen des Treibhausgases CO2 an. Im Vergleich zu Öl das Eineinhalbfache, zu Gas sogar das Doppelte.

Gepresste Urwälder

Was wir heute als Kohle kennen, waren ehemals Urwälder in Sumpfgebieten. Nach dem Absterben versanken die Pflanzen im Sumpf. Im Sumpf können Pflanzen nicht vollständig verrotten - es entsteht Torf. Durch das Vordringen der Meere wurden die Sümpfe von Wasser überdeckt. In unteren Erdschichten herrschen ein enorm hoher Druck und extrem hohe Temperaturen. So wurde der Torf mit der Zeit zu Kohle gepresst. Der Prozess dauert mehrere Millionen Jahre.

Der Fachmann unterscheidet zwischen zahlreichen Kohlearten. Für die Energiegewinnung sind allgemein aber nur zwei Kohlerarten entscheidend: Braunkohle, zwischen zehn und 20 Millionen Jahre alt, sowie Steinkohle, die seit rund 300 Millionen Jahren im Erdboden lagert.
Noch 200 Jahre könnten
die Kohlereserven reichen
Foto: Peter Schaffrath


Braunkohle ist leichter zu fördern, weil sie näher an der Oberfläche liegt. Sie wird in Tagebauten wie im rheinischen Garzweiler gefördert, was massive Eingriffe für Mensch und Natur zur Folge hat. Der Abbau hinterlässt riesige Krater, die sich höchstens in Form von Seen-Landschaften rekultivieren lassen. Braunkohle hat ein weiteres Manko: Sie enthält sehr viel Wasser und hat somit einen vergleichsweise geringen Brennwert, liefert also auch wenig Energie. Im Vergleich zu Öl etwa muss also mehr Kohle verbrannt werden, um die gleich Menge an Energie zu gewinnen. Dabei entsteht natürlich auch mehr klimaschädliches CO2.

Große Vorkommen

Etwas besser sieht es bei Steinkohle aus, doch ist hier wiederum der Abbau aufwendiger. Da die Steinkohle deutlich tiefer als Braunkohle liegt, muss sie unter Tage in Bergwerken abgebaut werden.

Trotz der im Vergleich zu Öl und Gas schlechten CO2-Bilanz wird Kohle immer beliebter: Auf der ganzen Welt lieferte im Jahr 2005 Kohle rund 28 Prozent der benötigten Energie, 2004 waren es laut den Statistiken des Ölkonzerns BP noch 27,2 Prozent. Vor allem Länder wie China und Indien, deren Wirtschaft stark wächst, setzten immer mehr auf Kohle als Energiequelle. Denn Kohle ist billig: Fast in jedem Land gibt es umfangreiche Kohlevorkommen. So müssen die Rohstoffe nicht teuer aus anderen Staaten bezogen werden. Die weltweiten Vorkommen reichen zwar nicht ewig, aber zumindest deutlich länger als bei Öl und Gas: Experten gehen von mindestens 200 Jahren aus – bei gleich bleibendem Verbrauch vielleicht sogar noch bis zu 1000 Jahre.
 

 
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