Windenergie: Strom-Propeller vor und hinter der Küste Drucken E-Mail
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Deutschland ist Windrad-Weltmeister: In keinem anderen Land wird so viel Strom aus Windenergie gewonnen wie bei uns. Der Anteil der Windräder an der gesamten Stromerzeugung ist aber auch in Deutschland noch sehr gering. Das soll sich in Zukunft dank riesiger Windräder-Parks vor den Küsten ändern.

Schon seit Jahrhunderten nutzen die Menschen den Wind als Energiequelle: Früher half der Wind beim Zermahlen von Getreide oder trieb Wasserpumpen an. Später erzeugten die Windräder über Generatoren Strom. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts kam die Windenergie jedoch nach und nach in Vergessenheit, denn Kohlekraftwerke lieferten billigen Strom. Erst seit einigen Jahrzehnten prägen die Windräder wieder manches Landschaftsbild.

Unendlich viel Strom


Windenergie ist gefragt wie nie: Windräder stoßen kein Kohlendioxid (CO2) aus und nutzen den Wind als unerschöpfliche Energiequelle, um Strom zu erzeugen. Herkömmliche Kraftwerke erzeugen dagegen Strom aus den Energieträgern Kohle, Öl oder Gas, deren Reserven begrenzt sind. Und die klimafreundliche, CO2-freie Alternative Atomkraft hat noch immer mit ungelösten Problemen wie der sicheren Lagerung des versuchten Atommülls zu kämpfen.
Windkrafträder erzeugten im Jahre 2006
rund elf Prozent des Strom in Deutschland
Foto: EVN 


Derzeit gibt es in Deutschland über 18 000 Windräder. Die Räder leisten jedoch weniger, als die hohe Zahl vermuten lässt: Mit einer Leistung von rund 20 000 Megawatt erzeugen sie zwar immerhin so viel Strom wie etwa 13 Atomkraftwerke, decken damit aber nur rund fünf Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Weltweit kommen die Windräder auf knapp 74 000 Megawatt und Deutschland soll mit seinem Anteil auch in Zukunft führend sein – zumindest wenn es nach der europäische Union geht: In Brüssel will man bis 2020 rund 20 Prozent des europäischen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien decken, ein Großteil soll dabei die Windenergie ausmachen.

Gut angelegtes Geld


Die Windenergie hat bereits viele Hürden gemeistert: So sind anfängliche Bedenken von vermeidlichen Umweltschützern, Windräder seien ein Massengrab für Vögel, mittlerweile aus dem Weg geräumt. Studien belegen, dass Vögel nur äußerst selten in die Rotoren der Anlagen geraten. Auch das Argument, Windräder würden beim Bau mehr Energie benötigen, als sie in ihrer Lebenszeit an Strom erzeugen, ist mehrfach widerlegt.
 
Laut einer Studie des Lehrstuhls Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben Windräder sogar bereits nach sechs Monaten mehr Energie erzeugt, als zum Bau benötigt worden ist. Bei der Technischen Universität Berlin geht man von durchschnittlich elf Monaten aus, bei ungünstigen, windarmen Standorten von maximal 22 Monaten. Mit einer typischen Lebensdauer von 20 Jahren liefern die Windräder damit das 40- bis 70fache der für den Bau benötigten Energie. Quittieren die Windräder nach 20 Jahren ihren Dienst, können rund 80 Prozent des Baumaterials wiederverwertet werden, so die Studie der RUB.

Auf der Suche nach dem Wind

Dabei lohnen sich Windräder allerdings nur, wenn sie am richtigen Standort stehen, wo der Wind durch die Rotoren pfeift. Denn nur dann liefern sie Strom. Theoretisch genügen bereits Windgeschwindigkeiten von wenigen Metern pro Sekunde, damit sich die Rotoren der Windanlagen in Bewegung setzten und über einen Generator Strom erzeugen. Richtig in Fahrt kommen die Rotoren aber erst ab einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Diese Geschwindigkeiten erreicht man im Inland nicht überall, und viele der günstigen Standorte auf Hügeln oder an Berghängen sind bereits belegt.

In Zukunft sollen die Windräder daher vor der Küste stehen: Auf dem Meer weht bekanntlich immer eine Brise, was die Energieausbeute der Windräder um ein Vielfaches erhöht. An den so genannten Offshore-Windparks führe kein Weg vorbei, wolle man die Klimaschutz-Ziele erreichen, sagen Energie-Experten.
 


 
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