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Interview-Reihe: Die Zukunft unserer Energie PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 4. Juli 2007
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Was sagen die Experten, wenn es um die zukünftige Energieversorgung geht? Angesichts des Klimawandels und der Abhängigkeit von den Rohstoffen fremder Staaten müssen Politik und Energie-Konzerne nach neuen Lösungen suchen. Wir haben Dr. Wolfgang Fischedick, Leiter der Abteilung "Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen" des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt Energie gefragt, welchen Weg man für eine sichere Energieversorgung einschlagen sollte.

 : Herr Dr. Fischedick, muss die Jugend angesichts der alarmierenden Berichte über die Klimaerwärmung in eine düstere Zukunft schauen?

Dr. Wolfgang Fischedick: Wenn wir jetzt schnell das Ruder rum reißen, muss die Zukunft nicht zwingend düster sein. Wir haben es noch selber in der Hand den Klimawandel in seinen Auswirkungen, wie etwa Erhöhung der Durchschnittstemperatur, und Zunahme von Wetterextremen zu begrenzen. Ganz stoppen werden wir ihn aufgrund des zeitverzögert reagierenden Systems nicht können.

 : Erneuerbare Energien wie Sonne und Wind sind "dargebotsabhängige" Energien: Nur wenn die Sonne scheint, beziehungsweise der Wind bläst, liefern sie Strom. Viele Kritiker argumentieren daher, Wind und Sonne könnten Kohlekraftwerke nicht ersetzen und somit auch nur einen geringen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Welche Chancen räumen Sie der Wind- und Sonnenenergie ein?

Zunächst einmal verringern sich die Schwankungen des Energieangebotes, wenn man nicht das einzelne Windrad oder die einzelne Solarzelle betrachtet, sondern den Verbund aus Wind- und Sonnenkraftwerken. Auch neue Techniken wie offshore-Windkraftwerke und solarthermische Kraftwerke können die Energie gleichmäßiger einzuspeisen als heutige Technik. Ohne Wind- und Sonnenkraftwerke werden wir keine klimaverträgliche Energieversorgung verwirklichen können, insofern haben beide Optionen zukünftig eine erhebliche Bedeutung.
Über das Wuppertal Institut
Das Wuppertal Institut ist eine gemeinnützige Forschungsanstalt. Rund 100 Wissenschaftler forschen hier für eine nachhaltige Zukunft, die insbesondere eine umweltschonende und nachhaltige Energieversorgung vorraussetzt.
Dafür sind sicher neben Kostensenkungen weitere technische und strukturelle Verbesserungen notwendig, um sie in die vorhandene Energiestruktur einzubinden. In die Richtung wird noch zu wenig gedacht. Vorstellbar ist es auch, die Nachfrage nach Strom stärker an das Angebot von Sonne und Wind anzupassen. In ersten Demonstrationsprojekten wird dies heute bereits erfolgreich getestet.

 : Nicht nur bei der Stromerzeugung, auch bei den Treibstoffen gibt es klimafreundliche Alternativen: Wird Erdöl als Treibstoff abgelöst, und falls ja, werden wir mit Erdgas, Biosprit oder Wasserstoff unterwegs sein?

Wir werden sicher noch für einige Jahrzehnte im Wesentlichen auf Erdöl basierte Kraftstoffe setzen müssen. Biokraftstoffe und Erdgas, langfristig auch Wasserstoff werden aber zunehmend an Bedeutung gewinnen. Am Wichtigsten ist aber die Verbesserung der Fahrzeugeffizienz und die dem Nutzen angepasste Wahl von Fahrzeugen. Was macht es für einen Sinn, die Brötchen beim Bäcker mit panzerähnlichen Fahrzeugen wie den SUVs zu holen, die ein Gewicht von 2,5 Tonnen und mehr haben?
 


 
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