Ölpest in der sibirischen Tundra Die Ölverschmutzung in der Tundra entsteht überwiegend durch schlecht gewartete, brüchige Pipelines. Wie Greenpeace berichtet, treten in der Ölförderregion in Westsibirien jährlich bis zu 5000 Pipeline-Brüche auf. Als Beispiel nennt Greenpeace die 4000 Kilometer lange Druscha-Pipeline nach Leuna in Sachsen-Anhalt, durch die jährlich zwischen 9 und 10 Millionen Tonnen Erdöl befördert werden. Von dem Öl gehe „zwischen 3 bis 7 Prozent verloren. Bezogen auf die Importmenge von des Ölkonzerns TotalFinaElf entspreche der Verlust jährlich rund 300 000 bis 700 000 Tonnen Erdöl“, lässt sich dem Bericht von Greenpeace entnehmen.
In der
Trade & Environment Database wird die Pipelinekatastrophe des Ölkonzerns Komineft in der Nähe der Stadt Usinsk von 1994 als eine der schwerwiegendsten Umweltkatastrophen der 90er Jahre und als der drittgrößten Ölunfall in der Geschichte bezeichnet. Dabei flossen durch ein Pipeline-Leck rund 100 000 Tonnen Öl in die sibirische Tundra - mehr als doppelt soviel, wie beim Tankerunglück der Exxon Valdez auslief. Das Öl erreichte den Fluss Kolva und wurde von dort ins Meer getragen. Insgesamt gehen durch brüchige Pipelines bis zu 20 Prozent des geförderten Öls in Russland verloren
Ölsandförderung in Kanada  |
Riesige Krater hinterlässt der Ölsandabbau
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Inzwischen sind auch Ölsande wirtschaftlich förderbar. Allerdings nur, wenn man die ökologischen Kosten nicht mit einbezieht. Denn die Umweltschäden durch die Ölsand-Förderung sind deutlich weit reichender als bei der Förderung von Erdöl. Ölsande setzten sich zu 83 Prozent aus Sand, zu 13 Prozent aus Bitumen und zu vier Prozent aus Wasser zusammen. Um aus Ölsand synthetisches Rohöl zu erzeugen, muss das Bitumen vom Sand getrennt werden. Hierzu wird sehr viel Wasser benötigt: In Alberta verbraucht die Ölindustrie heute rund ein Drittel des Oberflächenwassers. Bis 2012 werden durch die Förderung von Ölsanden rund 3 Gigakubikmeter Frischwasser benötigt. Das Wasser muss auf Temperaturen von mindestens 35 Grad, bei älteren
Verfahren auf 80 Grad erhitzt werden, was viel Energiekostet. Ölsandvorkommen in Tiefen von 50 – 70 m werden im in-situ Verfahren gefördert. In diesem Verfahren pumpt man durch Bohrungen heißen Wasserdampf in die Ölsand-Schicht, um das Bitumen fließfähig zu machen, so dass es sich an die Oberfläche pumpen lässt.
Der Energiebedarf wird momentan hauptsächlich über Erdgas gedeckt, wobei bis zu 300 Kubikmeter Erdgas notwendig sind, um eine Tonne Bitumen zu gewinnen. Aufgrund der steigenden Fördermengen wird aber auch immer mehr auf Kohle zurückgegriffen, was den hohen CO2-Ausstoß der Umwandlung weiter steigert. Heute ist die Ölsand-Industrie bereits der größte CO2-Emittent in Kanada und bläst drei- bis fünfmal mehr CO2 als die konventionelle Erdölindustrie in die Luft.