Das schmutzige Ölgeschäft Drucken E-Mail
Dienstag, 27. Januar 2009
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Die ökologischen Auswirkungen durch Förderung und Transport des Erdöls beschränken sich jedoch nicht nur auf die direkte Ölverschmutzung von Boden und Gewässern. Noch stärker als durch Ölverschmutzung sind Flora und Fauna durch für die Ölindustrie notwendige Infrastruktur und die damit verbundene Rodung des Regenwaldes bedroht, zumal der Regenwald durch die von der Ölindustrie angelegte Infrastruktur für die Bevölkerung zugänglich gemacht wird. Pro Jahr werden durch die Siedler rund 340 000 Hektar Wald gerodet. Seit 1972, dem Beginn der Förderung, haben Siedler in der Tieflandregion Ecuadors über eine Million Hektar Regenwald in Besitz genommen.

Verschmutzung des Nigerdeltas in Nigeria

Nigeria hat als Mitglied der OPEC einen entscheidenden Anteil an der weltweiten Erdölproduktion. Über 90 Prozent der Export-Einahmen erwirtschaftet das Land durch die Förderung von Erdöl. Insgesamt exportiert Nigeria rund zwölf Millionen Barrel pro Tag. Größter Ölförderer in Nigeria ist Shell. Der Konzern hat einen Anteil von rund 60 Prozent an dem in Nigeria geförderten Erdöl. Ein Großteil der Ölförderstätten befindet sich im Nigerdelta.

Das Ogoni-Volk, das in den Gebieten in und um das Nigerdelta heimisch ist, beschuldigt Shell, der Ölkonzern habe durch die Ölförderung den Regenwald in den nördlichen Gebieten sowie die südlichen Mangrovenwälder um das Delta stark geschädigt. Auch Umweltschutzverbände wie Greenpeace bemängeln insbesondere die enormen Verschmutzungen im Gebiet des Nigerdeltas. Nach einem Bericht in der Trade & Enviroment Datenbank entstanden etwa 40 Prozent zwischen 1970 und 1982 aller Ölunfälle von Shell in nigerianischen Ölfördergebieten. Zwischen 1982 und 1992 traten bei 27 Unfällen über sechs Millionen Liter Öl aus. Die Zustände machen deutlich, dass Shells entsprechenden Sicherheits- und Umweltmaßnahmen in Nigeria völlig unzureichend sind.

Dabei beschränken sich die Folgen der rücksichtslosen Ölförderung nicht nur auf die Umwelt: Die Ölverschmutzung in Nigeria sowie in vielen anderen Entwicklungsländern in denen Öl gefördert wird, hat auch soziale Probleme zur Folge. In Nigeria ist hier besonders der Aufstand der Ogoni im Jahr 1993 zu nennen. Die Ogoni demonstrierte gegen die rücksichtslose Ölförderung und die Zerstörung ihres Heimatgebietes durch den Ölkonzern Shell. Nachdem Shell wegen drohender Verluste im Ölgeschäft Druck auf die nigerianische Regierung ausgeübt hatte, wurde der Aufstand von Regierungstruppen niedergeschlagen, was hunderte Todesopfer zur Folge hatte. Klaus Wiesen




 
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